Götter, Geister und Dämonen

Unsere zweite Tour. 

Sie führt uns zunächst zum Tempel Tanah Lot – einer der sechs Nationaltempel. 
Mit dem Haupt-, Regional-, Dorf- und Haustempeln sollte Bali an die 20.000 Tempel vorweisen können. 

Der Meerestempel

 

Diese jungen Mädchen lernen wir kennen, weil sie ihr Schulenglisch an uns testen wollen. Wir haben viel zu lachen, fotografieren uns gegenseitig und mein Facebookname wird sorgfältig notiert. 

Thanks, girls! 😊

 

Bei diesem Riesenkarentzmann handelt es sich um einen Ficus benjaminii. Ich dachte immer, die werden nicht größer als ich, werfen aber im Gegensatz zu mir im Herbst alle Blätter ab und bekommen Spinnmilben. Sowas! 

 Hier sieht er irgendwie gesünder aus und ist sogar heilig! 

Ficus, wat siehste jut aus, alter Knabe!

Die mit gelb-weißen Stoffen umhüllten Tempel sind für die Götter.
 

Die mit karierten Stoffen umhüllten Tempel huldigen den Geistern.

  

Auch die Dämonen werden mit kleinen, täglichen Opferschälchen bei Laune gehalten. Gern wird für sie auch ein bisschen Reiswein in kleinen Kreisen auf den Boden gegossen und trocknen gelassen. Auch für Unterhaltung ist gesorgt: Traditionelle Hahnenkämpfe werden zu Festtagen immer in dem Tempelbereich abgehalten, der für die Dämonen gebaut wurde.

Mit den Göttern wird immer im innersten Bereich der Tempelanlage gesprochen und es wundert nicht, dass dort kein Wein oder Schnaps, sondern geweihtes Wasser gereicht wird.

Erst habe ich gedacht, mit den Dämonen hätte man mehr Spaß als mit den Geistern und Göttern, aber es stellte sich heraus, dass die alten Schnapsdrosseln bereits daran scheitern, in ein Haus einzutreten, wenn man hinter dem Eingang eine kleine Mauer als Schutz errichtet. Sie können nämlich nur vorwärts laufen. 

Also die sind mir wahrscheinlich zu einfach gestrickt.

  

Wir haben auch den Seetempel besucht, der mir persönlich am besten gefallen hat. 

  

Die Holländer waren im 16. und 18. Jahrhundert hier. Wie es sich für ordentliche Kolonialherrscher gebührt, ließen sie Kaffee anbauen und verboten den Balinesen, die Bohnen zu pflücken. Einige der Bohnen wurden jedoch von den Luwaks gefressen:

  

Sie verdauten nur die äußere Schale der Bohne und ließen den Rest unter den Kaffeepflanzen zurück. Die Balinesen sammelten notgedrungen diese Bohnen auf, reinigten und rösteten sie. 

Wie das dann zu einer Spezialität wurde? Keine Ahnung. Aber ich finde diese späte balinesische Rache an den Kolonialismus herrlich 😂 schaut mal, was man (insbesondere in den USA) für ein paar Gramm Katzenkackikaffee bereit ist zu zahlen:

  

Natürlich dürfen auch die berühmten Reisterrassen nicht fehlen.
 

Leider fehlt meinen Bildern der äquatorialblaue Himmel, denn es ist ja Regenzeit. Uns gefällt das gut, denn wir hätten uns bestimmt schon schön die Pelle verbrannt.

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5 Kommentare zu “Götter, Geister und Dämonen

  1. Hey! Den Kaffee kenne ich vom Hören-Sagen. Finde den Preis auch wahnsinnig, aber offensichtlich scheint es Abnehmer zu geben. Deine Fotos sind wie immer sehr schön! Mein Ficus ist übrigens größer als ich und verliert nur Blätter, wenn ich mich nicht um ihn kümmere… 😉 Noch eine schöne Zeit! LG, H.

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