Der Himmelsecktrail

Meine heutige Tour startete wieder an der Hündlebahn, aber diesmal bin ich hochgefahren, nicht gelaufen. Und schaut mal: das Wetter ist großartig, und der Alpsee glitzert in der Ferne.

Im Allgäu gibt es den sogenannten „Herrgottsbeton“, auch Nagelfluh genannt, ein Sedimentgestein, das durch feinkörnige Teile verkittet ist. Was man als Wanderer wissen muss: an nassen Tagen sollte man Strecken mit viel Nagelfluh nicht gehen, denn er ist dann rutschig.

Zunächst mal ging es heute mal wieder durch diese märchenhafte Landschaft. Ich habe zwar auf dem Weg nur einen Fuchs gesehen, halte hier aber Trolle und Elfen nicht für ausgeschlossen. Wenn nicht hier, dann gar nicht.

Dann ging es den Himmelsecktrail aufwärts…boah, superanstrengend, aber wie immer: wenn man oben ist, hat es sich gelohnt.

Musste häufiger mal stehenbleiben. Ein Foto ist dann immer ein guter Vorwand 😄. Hier ein kurzes Zwischenfoto:

Und das dann von oben Richtung Osten:

Und auf die Nagelfluhkette. Auf die schaffe ich es in dieser Woche nicht mehr, ist mir zuviel, 7 Stunden mit viel Auf und Ab. Nö.

Panoramafoto, und da oben auf dem Kamm bin ich dann auch gelaufen. Sehr schöner, aber auch sehr sonniger Weg.

Blümchen und Berge…

Normale Fotos fangen das einfach nicht ein.

Und dann ging es an den langen Abstieg. Eine rundherum wunderbare Wanderung

Eigenschaften:

Schwer, alpine Erfahrung notwendig.

Trittsicherheit unbedingt notwendig.

Schwindelfreiheit unabdingbar.

Nur an trockenen Tagen und nur mit guten Wanderschuhen gehen.

2 x Kapf

Hier fährt so selten eine Bahn durch, dass ich erst heute, am 3. Tag gemerkt habe, dass das Hotel direkt an den Bahnschienen liegt.

Das Essen ist übrigens toll, Frühstück mit allem Drum und Dran, und auch mittags und abends muss man sagen: Die Köche haben es drauf! 

Außerdem habe ich mir heute Mittag eine Kugel Eis gegönnt, haltet Euch fest: Mascarpone-Limone. Das war echt unglaublich!

So. Nu aber zur Tageswanderung: Ich hatte geplant, auf den Kapf zu steigen und dann weiter ins Paradies zu wandern, weil’s so nett klingt.

Und erst mal schien alles prima, ordentlicher Anstieg über Wiesen und durch Wald, aber dann habe ich den entscheidenden Abzweig verpasst, weil ich statt auf mein Bauchgefühl („Wer uffn Jipfel will, sollte uffwärts latschen“) auf das Hinweisschild „Kapf“ gehört habe…und schwupps gings nur noch abwärts und geradewegs Richtung Paradies, das sich nur durch Überqueren einer kurvigen Straße erreichen ließ, also irgendwie hatte der Tag gerade begonnen und ich war schon satt.

Mit nichts kann man eine zertifizierte Wanderführerin mehr ärgern…Gipfel verpasst, also echt mal…

Nun ist das Allgäu ja eine lebendige Region, von der man nicht erwarten kann, dass sie dem nostalgischen Wanderer ausschließlich liebevoll-romantische Wanderpfade bietet, aber heute war mir einfach zuviel Alphalt dabei.

Dennoch ist die Landschaft natürlich ganz herzig.

Nach dem Abendessen wollte ich dann noch eine kleine Runde gehen, aber irgendwie hat mich der verpasste Kapf doch zu sehr gewurmt, also habe ich einen zweiten Versuch gestartet und wurde mit einem wunderbaren Weg durch den Wald belohnt – und natürlich mit Aussicht!

Ab morgen soll das Wetter noch besser sein, und der Hochgrat lockt mich doch allzu sehr…morgen heißt es also: soweit die Füße tragen😂

Oberstaufen – Hündlekopf- Buchenegger Wasserfälle – Steibis – Oberstaufen 

Noch habe ich ja Energie, also habe ich heute fast 700 Höhenmeter im Aufstieg und im Abstieg geschafft…aber ich merke doch, dass ich eben in Brandenburg selten Gelegenheit für Steigungen habe. Und beim Aufsteigen werden auch ganz andere Muskeln genutzt als beim Wandern um den See, das werde ich auch morgen merken.

Die Wege hier sind gut ausgeschildert, wenn sogar ich mich nicht verlaufe 😂

Unten der Blick auf Oberstaufen.

Ganz entzückend finde ich ja die kleinen Wölkchen, die zwischen den Tälern hängen. 

Und unten sieht man in der Ferne den Großen Alpsee, den ich auch noch besuchen mag.

Dies war der erste Gipfel des Tages, der Hündlekopf. 


Aaaaarrrggghhh, guckt mal: Kühe! Ist das nicht wahnsinnig Allgäu? Jeden Frühjahr werden Zehntausende Kühe auf die Allgäuer Almen getrieben, und dort bimmeln sie mit Ihren Glocken und haben ein ganz gutes Leben, denke ich.

Bei solchen Panoramen muss die Berlinerin ein bisschen vor Glück weinen…ich glaube, im Herzen gehöre ich hierher…

Mit der Kuh per Du.

Ein erster Blick von Oben auf die Buchenegger Wasserfälle, die man schon lange hören kann, bevor sie ins Blickfeld kommen

Und über die tosende Weißach.

Über eine kleine Eisenleiter kommt man schließlich direkt zum Wasserfall, zu dessen Füßen man sich im Sommer gut und sicher erfrischen kann.

Jetzt geht es Richtung Steibis. Der Himmel klart immer mehr auf.

In der Ferne liegt wieder Oberstaufen, wartet eine Dusche und mein LOGI-Mittagessen und mein Mittagsschlafbettchen. Jawoll.

Knapp 17 km, gut 4 Stunden, Trittsicherheit erforderlich (unruhige Naturstufen hin und weg vom Wasserfall), Wanderschuhe zwingend. Fazit: sehr schöne mittelschwere Tour.

Ende gut, alles gut:

Oberstaufen

Es ist ja doch ziemlich weit weg von Berlin, dieses Bayern😂

Lohnt sich aber.


Mein Freund macht sich morgen auf den Weg nach Schottland, geht an Bord eines Segelschiffs und segelt von Whisky-Destillerie zu Whisky 🥃-Destillerie.

Haha, das wollte ich ja schon immer mal nicht machen 😂

Also habe ich beschlossen, meine Wanderführer-Fähigkeiten auszuweiten und einige Strecken im schönen Allgäu zu gehen…dazu habe ich mich in ein Hotel eingebucht, dass LOGI-Ernährung anbietet…das Thema ist also Abnehmen und Wandern…im nächsten Jahr biete ich dann hier selbst eine LOGI-Wanderwoche an und teste dazu Hotel und Gegend. 

Der erste Eindruck des Hotels Concordia: freundlich, schönes, großes Zimmer mit Balkon, und das LOGI-Abendessen war superlecker…ich habe in letzter Zeit ein bisschen zuviel gegessen, deshalb war die Portion irgendwie nach Loriot: „übersichtlich“. Aber genau dafür bin ich ja hier, also will ich mich nicht beschweren…

Zunächst einmal biete ich das Programm aber im Sauerland an, da geht es zu Fuß zur Ruhrquelle und auf den Kahlen Asten…Ende Juni ist es soweit, mein erstes freiberufliches Programm. Ich freue mich sehr darauf 🙃

Für morgen habe ich mir den Hündle zu den Buchenegger Wasserfällen vorgenommen…hach, ich habe auch mal Spaß mit mir allein.

Sao Lourenco

Auch am letzten Tag gab es wieder eine spektakuläre Wanderung! Die Ponta Sao Lourenco befindet sich im Nordosten, ist komplett levadafrei und trotz der schroffen Landschaft sehr reizvoll.

Auch das Wetter hat noch einmal mitgespielt. Trotzdem fällt mir der Abschied heute leicht.

So schön das warme Wetter ist, werde ich das kommende Wochenende auch einige Grad kühler genießen können…werde ich jetzt zum Gewohnheitstier?

Im Zauberwald

Auf diesem gläsernen Aussichtspunkt kann man über 500 m in die Tiefe schauen…ein bisschen mulmig ist einem dabei schon…

Die Weihnachtssterne auf Madeira sind ganz besonders schön.

Heute sind wir wieder den Levadas gefolgt.

Blick auf Funchal. 120.000 Einwohner und damit 90% der Einwohner Madeiras leben hier.

Manche Levadas führen durch Tunnel…

Ich kenne nicht den deutschen Namen, aber auf Portugiesisch heißen diese Stauden „Weihnachtsraketen“. Einen besseren Namen kann ich mir auch kaum vorstellen.

„Madeira“ heißt nicht viel mehr als „Holz“, denn bevor sie besiedelt wurde, war sie völlig mit Lobeerbäumen bedeckt – hier ein ca. 600 Jahre altes Exemplar, das noch von der Besiedelung erzählen könnte…

Vor diesen gewaltigen Felsen haben wir ein wenig meditiert bzw. die Gedanken treiben lassen.

Es ist ein sehr abwechslungsreicher Urlaub, und die schmalen Pfade, über die uns Christa führt, würde man auf einer Individualreise niemals selbst entdecken können. Auch das nur von Einheimischen besuchte Restaurant mit dem genialen Blick hätte ich niemals allein gefunden…also ich bin schon ein Freund von geführten Touren…

Ach, und weil ich hin und wieder doch in der Tagesschau-App schmökere, Urlaub hin, Urlaub her, das österreichische Wahlergebnis gefällt mir persönlich sehr gut. Vielleicht geht Europa doch nicht so schnell vor die Hunde. Wär auch schade gewesen.

Vende, vende, vende

Also wer ein Haus im Süden sucht, wird auf Madeira sicher fündig. Sowohl Land als auch fertige und halbfertige Häuser stehen reichlich zum Verkauf.

Hunde sollte man aber mögen, denn zu jedem bewohnten Haus gehört hier ein aufmerksamer Hund, und einige freilaufende gibt es auch. Ungestört joggen gehen? Eher nicht…

Auch Strände sind eher Mangelware, aber das sollte eigentlich bekannt sein.

Heute haben wir einen Tag zur freien Verfügung, und ich habe mich auf den Weg nach Westen gemacht. Wandern in der Gruppe ist unterhaltsam, aber allein unterwegs zu sein hat auch seinen Reiz, denn man findet schnell seinen eigenen Rhythmus.


Ich denke, ich werde heute Nachmittag noch eine Runde in die andere Richtung gehen.